Ein Abend im Zeichen von KI und Innovation
Unter dem Leitmotiv „Smart Farming & Food" hatten die OM-Medien zum 2. OM-Forum Agrar eingeladen – und das Interesse war groß: Knapp 200 Gäste aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen nach Emstek. Den Auftakt bildete die Keynote von Dr. Christian Bock von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.
Seine Kernbotschaft, wie sie top agrar in seinem Rückblick auf den Abend zusammenfasst: Die Landwirtschaft steht mit ihren vor- und nachgelagerten Betrieben vor großen Herausforderungen – Flächenkonkurrenz, mehr Regulierung, Kostendruck. Der Weg nach vorn führt über technische Innovation, und die gibt es bereits, nicht zuletzt dank junger Gründerinnen und Gründer, die die Rentenbank gezielt fördert – auch über die Startphase hinaus.
Danach ging es für die Gäste in sechs parallele Fachvorträge, die in den Konferenzräumen des Medienhauses angeboten wurden – von Softwarelösungen für den Betrieb über konkrete Verbesserungen im Stall bis hin zu Ausblicken auf die Technik der nächsten Jahre.

Panel: „Moderne Sauenfütterung von Morgen"
In seinem Panel zeigte Elmar Moormann, wie automatisierte, tierindividuelle Fütterung schon heute für mehr Tierwohl und bessere Leistung in der Sauenhaltung sorgt – und wohin die Reise geht.
Das Prinzip des von JYGA Technologies entwickelten Systems: Jede Sau trägt einen Transponder im Ohr und ruft über einen Auslöser im Trog ihre individuell berechnete Ration zu festgelegten Zeiten ab. Die Daten laufen per WLAN in die Software; ob per Smartphone-App, am PC, mit dem mobilen Lesegerät oder direkt über die Tastatur am Futterautomaten erkennt der Landwirt sofort, ob ein Tier „richtig ausgefüttert" ist und ob die Futterkurve angepasst werden sollte. Eine tägliche Tier-, Trog- und Wasserkontrolle per Transponder genügt – klar definierte Arbeitsabläufe entlasten das Stallteam.
Die Erfahrung aus der Praxis: Richtig eingestellte, individuelle Fütterung verlängert nachweislich die Nutzungsdauer der Sauen. Zugleich ist das Fressverhalten ein Frühwarnsystem – weicht eine Sau von ihrer Kurve ab, ist das oft das erste Signal für gesundheitliche Probleme. Oder, wie Elmar Moormann es formuliert: „Wenn wir die Tiere vernünftig behandeln, geben sie uns das auch zurück."
Ebenso wichtig wie die Technik ist ihre Robustheit im Stallalltag. Nach dem Grundsatz „Keep it simple" kommt das System ohne Verkabelung aus, die Futterautomaten arbeiten bei Netzwerkausfall autark weiter, und ein weltweites Serviceteam ist rund um die Uhr erreichbar. Jede Neuentwicklung wird zuvor auf den unternehmenseigenen Farmen mit insgesamt 2.200 Sauen erprobt. Der nächste Schritt ist bereits in der Testphase: die KI-gestützte Steuerung der Fütterung – weiterhin tierindividuell, denn jede Sau ist unterschiedlich.

Podiumsdiskussion: KI als Werkzeug – mit Verantwortung
Zum Abschluss diskutierten auf dem Podium unter anderem Franz-Josef Holzenkamp (Ehrenpräsident des Deutschen Raiffeisenverbandes), Dr. Christian Bock (Landwirtschaftliche Rentenbank), Dr. Bastian Kubsch (Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD), Andres Ruff (Heidemark) und Matthias Schulze Steinmann (top agrar). Moderiert wurde die Runde von den OM-Medien-Reportern Oliver Hermes und Giorgio Tzimurtas.
Wie die OM-Medien und top agrar in ihren Berichten zusammenfassen, herrschte auf dem Podium weitgehend Einigkeit in der Grundhaltung: Künstliche Intelligenz ist keine Bedrohung für die Landwirtschaft, sondern wird zu einem zentralen Werkzeug – wenn Forschung, Politik und Praxis zusammenarbeiten und die Landwirtinnen und Landwirte entsprechend qualifiziert sind. Zugleich wurde deutlich, dass mit dieser Entwicklung Verantwortung einhergeht.
Aus unserer Sicht besonders bemerkenswert waren drei Themen, die sich durch den Abend zogen: erstens die Frage nach dem konkreten betriebswirtschaftlichen Nutzen – neue Technik muss sich rechnen, und Früherkennung ist nur dann sinnvoll, wenn sie günstiger ist als der Schaden, den sie verhindert; zweitens die Frage, wer bei zunehmender Digitalisierung die Kontrolle behält; und drittens die Frage, wo die Betriebsdaten bleiben und wie sie geschützt werden. Der Konsens: Datenschutz ist wichtig, darf aber nicht dazu führen, dass man die Chancen neuer Technik verpasst.
Kosten, Nutzen, Kontrolle und Datensicherheit – das sind auch die Maßstäbe, an denen wir Fütterungstechnik in der Beratung messen. Und genau deshalb überzeugt in der Sauenfütterung ein Ansatz, der einfach, robust und für den Betrieb beherrschbar bleibt.
Netzwerken bis in den späten Abend
Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch noch lange. Unser Dank gilt den OM-Medien für die Organisation, den Mitwirkenden auf Bühne und Podium – und allen Besucherinnen und Besuchern unseres Panels für die vielen guten Gespräche.
Eindrücke und Berichterstattung
- Clip mit Statements vom Abend: Zum Video auf YouTube
- Berichterstattung der OM-Medien: OM-Forum diskutiert Chancen und Herausforderungen der KI in der Landwirtschaft
- Rückblick bei top agrar: KI in der Landwirtschaft: Innovationen gegen Kostendruck und Flächenkonkurrenz
- Vorbericht aus dem Showroom in Vechta: Wie automatisierte Sauenfütterung das Tierwohl erhöht
Quellenhinweis: Die Zusammenfassung von Keynote und Podiumsdiskussion stützt sich auf die Berichterstattung der OM-Medien und den Rückblick von top agrar (Eva Piepenbrock, 23.09.2026). Die vollständigen Beiträge finden Sie unter den oben genannten Links. Die Bilder wurden freundlicherweise von om-online.de zur Verfügung gestellt.
Sie möchten mehr über automatisierte, tierindividuelle Sauenfütterung erfahren oder Ihre Fütterungsstrategie überprüfen lassen? Sprechen Sie uns an – wir freuen uns auf den Austausch.



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